Donnerstag, 3. Juni 2010

Das Meer und verpasste Chancen

Hätte ich mal früher gewusst, dass mir Anfang Juni 2010 eine, wie ich finde, ziemlich gute Idee zu einem Roman über die Neujahrsflut von 1855 kommen würde...dann wär ich doch im Nordseeurlaub nach Wangerooge gefahren und nicht nach Cuxhaven. Aber nein, gute Ideen kommen immer dann, wenn man gerade eine klasse Chance zur Recherche vertan hat. Sicherlich fällt mir, wenn ich dann aus Cuxhaven wiederkomme, ein, dass ich für einen Roman doch unbedingt mal irgendwo in der Stadt hinfahren hätte müssen, wo ich während der ganzen Woche nicht war. Ich kenne das ja schon...

Als ich 2007 am Meer war, hätte ich ohne Probleme Zeit gefunden ins Wrackmuseum zu gehen und mich da mal so ein bisschen über das Thema zu informieren. Dumm, wie ich damals war, habe ich mich lieber mit einem Buch an den Strand gelegt. Natürlich ist mir gut einen Monat später aufgegangen, dass Wracks in einem meiner Projekte ja doch eine relativ große Rolle spielen und ich nicht, wie angenommen, mit meinem bisschen Wissen über die Runden kommen würde, sondern ein paar mehr Informationen schon doch ganz gut gebrauchen könnte...Blöd...

Wo wir gerade bei Schiffwracks sind: Kennt einer das Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven? Das habe ich mir im Sommer 2008 mal angesehen und stand sicherlich drei Stunden lang staunend vor dem riesigen Gerüst der Kogge von 1380, die man 1962 in der Weser gefunden hat:

http://www.dsm.museum/MA/kogtoday.jpg

Beeindruckend, oder? Und, wie ich finde, ein wenig unheimlich. Wenn ich mir Bilder von dem Wrack ansehe, kriege ich schon Gänsehaut, da kann man sich ja denken, wie es mir ging, als ich nichts ahnend um die Ecke bog und plötzlich dieses Riesenwrack vor mir hatte. Ich bin da eh ein bisschen komisch: Das Meer, samt Wracks, interessiert mich ziemlich, trotzdem finde ich es mehr als ein wenig befremdend.

Wahrscheinlich schreibe ich deshalb auch so oft Gruselgeschichten, die am Meer spielen. (Und meist eher nicht gruselig sind, aber das ist ein anderes Thema...)

Es lohnt sich übrigens wirklich, sich die Kogge mal selbst anzusehen. Ich hätte Lust, dieses Jahr mal wieder einen Abstecher nach Bremerhaven zu machen und sie mir noch einmal anzusehen, obwohl die Geschichte, in der ein Wrack vorkommt, nun schon fertig ist. (Es kommt bestimmt mal wieder eine...) Dann kann ich auch gleich das Auswandererhaus noch einmal mitnehmen und mir dort auch Notizen machen. (Ja, in Museen denke ich nicht über die einzelnen Exponate nach, sondern darüber, wie ich sie geschickt in einen historischen Roman einflechten könnte...)

Ich werde jetzt mal meine Mitreisende anrufen und sie fragen, was sie von meiner Spitzenidee hält. Und, wenn sie keine Lust auf Museen hat, fahr ich allein. (Will jetzt unbedingt das Schiff noch einmal sehen....)

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